Ältere Kinderwagenmodelle

Welche Kinderwagenarten gibt es? Welche Kinderwagenart brauchen wir für unser Baby?

Neben dem Tragegurt oder Tragetuch ist der Kinderwagen heutzutage das Transportmittel der Wahl, wenn Eltern ihren Nachwuchs unterwegs dabei haben wollen. Babys und Kleinkinder lassen sich darin liegend und/oder sitzend transportieren. Doch welchen Kinderwagen braucht man wann?

Die Auswahl an verschiedenen Kinderwagen ist riesig. Bei unserem ersten Besuch im lokalen Kinderausstattungsgeschäft waren wir von der schieren Menge an Kinderwagen erschlagen. Wo fängt man an? Was ist wichtig? Eigentlich könnte es so einfach sein mit der Auswahl, wären da nicht die eigenen technischen Anforderungen an den Kinderwagen, sofern man diese schon definieren kann, der Preis, den man bereit ist, dafür zu zahlen, und nicht zuletzt der eigene Geschmack. Heutzutage haben wir eine derart große Auswahl an Kinderwagen verfügbar, da jeders Elternpaar möglichst ein genau auf die eigenen Anforderungen und Vorstellungen passendes Gefährt für den Nachwuchs haben möchte. Früher war das deutlich einfacher. Hier ist ein kleiner Schwenk in die Entwicklung des Kinderwagens über die letzten knapp eintausend Jahre seit dessen „Erfindung“.

Die Geschichte des Kinderwagens

Kinderwagenmodelle im Mittelalter
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Kinderwagen#/media/File:Modeles_brouettes.jpg

Die ersten Belege für die Existenz von Kinderwagen finden sich im Mittelalter Europas. Noch nicht lauffähige Kinder wurden hier allerdings noch in den gewöhnlichen Schubkarren transportiert, die auch für den Warentransport eingesetzt wurden. Auch der Transport der Kleinen in Körben, wahrscheinlich allerdings noch ohne Fahrwerk, war üblich. In Ermangelung an „brauchbaren“ Straßen und Gehwegen war der Kinderwagen im Gegensatz zu Tragetüchern nicht weit verbreitet. Der Kinderwagen entwickelte sich dann ab dem 16. Jahrhundert aus dem Stubenwagen, der innerhalb des Hauses bzw. der Wohnung bereits zum Einsatz kam. Ab dem 19. Jahrhundert wurde es populär, mit dem Kinderwagen Spaziergänge zu machen. Und so entstand zu dieser Zeit, dem viktorianischen Zeitalter, in England auch die erste Kinderwagenfabrik. Die hier produzierten dreirädrigen Kinderwagen waren allerdings nicht für die ersten Lebensmonate des Kindes geeignet, da die Kinder darin nur sitzend transportiert werden konnten. Gegen Ende des Jahrhunderts kamen dann die vierrädrigen Kinderwagen auf den Markt, welche für Säuglinge geeignet waren, da sie in dem Korb liegen konnten. Mit Beginn des 20. Jahrhunderts wurden die Räder deutlich kleiner, das Gestell wurde nicht mehr aus Holz, sondern aus Stahl gefertigt.

Kinderwagenmodelle England/Neuseeland 1905

Welche Kinderwagenarten gibt es?

In den letzten einhundert Jahren hat sich einiges auf dem Kinderwagenmarkt getan: Es wurden verschiedenste Kinderwagenarten für die unterschiedlichsten Einsatzzwecke, Lebenslagen und natürlich das jeweilige Alter der Kinder entwickelt. So gibt es neben dem klassischen Kinderwagen mit einem Korbaufsatz – dieser ist heutzutage meist nicht mehr aus Weidengeflecht – auf einem vierrädrigen Gestell aus Metall eine breite Palette an Abwandlungen und Unterarten. Der klassische Kinderwagen ist wie damals für den liegenden Transport der Säuglinge konstruiert. Hier sollte dem Säugling eine Liegefläche von mindestens 35 x 78cm zur Verfügung stehen, damit der Nachwuchs auch während der ersten Monate, in denen er noch nicht sitzen kann/darf entspannt in den Korb passt. Abseits der Liegefläche im Korb des Kinderwagens sind die Federung der Räder/Achsen, die Zusammenfaltbarkeit und Transportiertbarkeit und die Höhenverstellbarkeit der Schiebegriffe wichtige Punkte, da der klassische Kinderwagen zumeist doch noch recht sperrig ist.

19. Jahrhundert Frau mit Kinderwagen und Familie

Wenn das Kind allein sitzen kann, in der Regel ab dem sechsten oder siebten Monat, kommt der Sportwagen zum Einsatz. Der Sportwagen hat auf der einen Seite eine höhenverstellbare Rückenlehne, auf der anderen Seite ist er offen, sodass der Nachwuchs seine Beine auf der Fußstütze abstellen kann. Meist haben Sportwagen vier Räder. Für Eltern, die ihren Nachwuchs in ihre sportlichen Aktivitäten wie Joggen mit einbinden wollen, gibt es aber auch dreirädrige Sportkinderwagen, die sogenannten Jogger. Da das Fahrgestell unter dem Sportsitz in der Konstruktion sehr ähnlich zu dem des klassischen Kinderwagens ist und der klassische Kinderwagen meist auch nur relativ kurze Zeit für das Kind genutzt werden kann (wie beschrieben etwa bis zum sechsten oder siebten Monat des Kindes, bis es sitzen kann), kamen clevere Kinderwagenhersteller auf die Idee, das Fahrgestell des klassischen Kinderwagens für den Sportwagen weiterzuverwenden: Der Kombi-Kinderwagen war geboren. In der Anschaffung fallen also hier nur die Kosten für ein Gestell mit zwei auswechselbaren Liege- bzw. Sitzaufsätzen an. Heutzutage ist der Kombi-Kinderwagen eben aufgrund dieser langen Einsatzdauer pro Kind und aufgrund der gefühlt geringeren Kosten sehr populär, sodass fast alle Hersteller ihre Gestelle mit Wechselaufsätzen anbieten. Darüber hinaus sind Kombi-Kinderwagen nicht weniger flexibel als klassische Kinderwagen oder Sportwagen an sich. Hersteller werben in Produktvideos, wie leicht und kompakt sich ihre Kombi-Kinderwagen zusammenfalten und im PKW verstauen lassen.

RGB cot+Igo urban nomad s-white&grey-sideRGB seat+Igo urban nomad s-white&grey-side

Neben dem klassischen Kinderwagen und dem Sportkinderwagen beziehungsweise deren Kreuzung Kombi-Kinderwagen existieren noch weitere Kinderwagenarten. So gibt es als kleinere und leichtere Ausführung des Sportwagens den Buggy, welcher seit etwa 50 Jahren auf dem Markt ist und wahrscheinlich das geringste Packmaß im zusammengefalteten Zustand unter allen Kinderwagen aufweist. Aufgrund der kleinen festen Räder ist der Buggy allerdings nur begrenzt für längere Strecken oder unbefestigten Untergrund geeignet. Solltet ihr Zwillinge erwarten, gibt es auch hierfür spezielle Kinderwagen. Die Kinder sitzen in diesen sogenannten Geschwisterwagen oder auch Zwillingswagen neben- oder auch hintereinander.

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